„übr Dahais“ ist eine multimediale künstlerische Arbeit. Den Kern bilden eine neunteilige Modekollektion und fünf dialogische Texte. Diese wurden foto- und videografisch verarbeitet und inszeniert. Am 6. und 13. November 2022 fand die Arbeit in einer Ausstellung den Weg zum öffentlichen Publikum. Dabei übernahm ich eine kuratorische Funktion und lud weitere neun Kunstschaffende ein, das Thema „Zuhause“ mit einer Arbeit zu umspielen.
Ausstellungsplakate



Kollektion „übr Dahais“














„Bedeutet ein Anfang immer auch ein Ende?“
„Immer ist immer falsch.“
„In dem Fall auch deine Aussage.“
„Hm, stimmt. Wie kann ich das denn sagen?
„Vielleicht mit meistens?“
„Wäre eine Möglichkeit. Stimmt aber glaub ich nicht.“
„Oft, manchmal, selten?“
„Passt alles nicht genau. Es ist so wie mit immer und nie.“



„Wer bestimmt, wo mein Zuhause ist?“
„Ich nicht.“
„Ich aber auch nicht.“
„Wer ist ich?“
„Weiss nicht. Bin ich wirklich mich?“
„Glaub schon.“
„Wer bin ich denn?“
„Wahrscheinlich nicht immer gleich.“
„Wohl nicht, danke!“



„Warum gibt es keine Mehrzahl von Zuhause?“
„Wahrscheinlich, weil es nie gebraucht wird.“
„Heisst das denn, dass jeder nur ein einziges Zuhause hat?“
„Hm. Denkst du, die Sprache ist das Mass aller Dinge?“
„Nein, hoffentlich nicht.“
„Ich auch nicht.“





„Hilfe, ich muss die ganze Zeit denken!“
„Logisch, denn nicht denken ist unmöglich.“
„Wie kann ich jemals zur Ruhe kommen?“
„Indem du aufhörst, dir übers Denken Gedanken zu machen.“
„Hä?“
„Es passiert automatisch.“
„Ach so.“

„Warum fühlt es sich so oft so an, als ob das Jetzt für immer ist?“
„Weil wir nur das Jetzt haben.“
„Aber wir kennen doch den Unterschied zwischen jetzt und immer.“
„Das Gehirn, ja. Aber auch das Bewusstsein?“
„Hm. Dem ist das wahrscheinlich ziemlich egal.“
„Genau, weil Jetzt immer ist.“




Photography by Sathurthika Gopalasingham
Tango – ein Dahai


Video by Brigida Lorenz
Impressionen der Ausstellung







